In den letzten Jahren war es immer wieder so, dass es Zeiten gab in denen ich gezweifelt habe, ob der Weg den ich eingeschlagen habe der Richtige für mich ist. Viele Selbstständige und Freiberufler kennen sicher dieses innere Zwiegespräch, dass häufig genau dann auftritt, wenn es gerade nicht so läuft, wie man sich das vielleicht gewünscht hätte.

Oder aber in Zeiten, in denen man sich überfordert fühlt mit den vielen Rollen, die man als One-Woman-Show erfüllen soll/kann/muss. Trotzdem gibt es tief in Deinem Inneren eine Stimme die Dir sagt, dass Du auf dem richtigen Weg bist und es sich lohnt weiterzumachen. Genau dann, wenn die Zweifel und die Angst zu scheitern so richtig groß waren, hat sich immer irgendwo eine Tür geöffnet und sich ein Weg aufgetan. Nicht immer so wie ich mir das gewünscht hätte, oft sogar noch viel besser.

Angst und Zweifel sind nicht das Gleiche. Ich hatte nie Angst es nicht zu schaffen aber der Druck der mir gefühlt mein Umfeld machte war immer groß. Irgendwann wurde mir aber klar, dass es nie das Umfeld war, das mich unter Druck setzte sondern ich selbst mich unter Druck setzte. Meine Gedanken kreisten oft um Fragen folgende Fragen: Was denken andere über mich und meine Leistungen? Was macht es mit meinen Beziehungen wenn ich scheitere? Dabei ist es doch völlig irrelevant, was andere über das denken was Du leistest, solange Du selbst damit zufrieden bist. Erfolg sieht für jeden anders aus. Das Erfolg gleichgestellt wird mit einer Villa und einem Porsche in der Garage gilt nicht unbedingt für jeden. Für mich hat Erfolg mit Zufriedenheit zu tun. Ich bin dankbar das Tun zu können was ich liebe und damit auch noch Geld zu verdienen. Die Zweifel daran, ob ich gut genug bin haben oft dazu geführt, dass ich mich immer weniger getraut habe mit meinem Angebot an den Markt zu gehen bzw. neue Dinge auszuprobieren.

Ich habe Angst vor Höhe und Enge. Wenn ich jetzt alles meiden würde was damit zu tun hat, dann wird der Gestaltungsspielraum immer kleiner je größer die Angst wird. Das heißt die Dinge die ich mir zutraue werden immer weniger. Die einschränkenden Glaubenssätze haben die Übermacht und übertönen die innere Stimme, die eigentlich sagt, das alles gut ist. Ähnlich funktioniert das auch mit den Selbstzweifeln. Je mehr ich selbst an mir Zweifel umso weniger werde ich mir zutrauen und umso kleiner wird der Radius in dem ich mich bewege.

Julia Engelmann sagte einmal: „Mut ist auch nur ein Anagramm von Glück“. Und ich finde an diesem Satz ist viel Wahres dran. Wenn wir nicht den Mut haben unsere Komfortzone zu verlassen werden wir immer die Gleichen Dinge tun, nicht weiter kommen und letztendlich damit dann auch nicht glücklich werden. Es gab eine Zeit da dachte ich, dass ich noch nicht gut genug bin um anderen wirklich eine Hilfe zu sein. Ich machte noch eine Ausbildung und noch eine Weiterbildung, nur um dann festzustellen, dass es immer jemanden geben wird, der gefühlt besser ist als ich oder noch mehr Wissen hat. Letztendlich drehst Du Dich mit dieser Einstellung im Kreis. Manchmal ist es einfach so, dass es ein bisschen Mut braucht und den Glauben an sich selbst um festzustellen, dass man mehr als gut genug ist. Das Streben nach Perfektion bringt Dich immer nur dazu Dich nicht zu trauen Deine Komfortzone zu verlassen.

Als ich anfing Dinge, die für mich nicht perfekt waren zu veröffentlichen änderte sich plötzlich mein Blickwinkel. Die Dinge wurden auf einmal ganz leicht, weil der Druck den ich mir selbst machte weg fiel. Und es zeigte mir noch etwas, nämlich das andere ein ganz anderes Bild, viele positiveres Bild von mir hatten als ich mit meinen Selbstzweifeln zu diesem Zeitpunkt. Was sind die Dinge vor denen Du Angst hast und was passiert wen Du sie überwunden hast? Ist es nicht so, dass wir gerade dann besonders Stolz auf uns sind?

Mut bedeutet auch sich zu erlauben hinzufallen, wieder aufzustehen und weiter zu machen. Wenn die Dinge für einen selbst noch nicht perfekt sind und wir uns trauen es trotzdem zu versuchen, kann es natürlich auch passieren, dass mal etwas nicht so funktioniert wie geplant. Es kann aber auch passieren, dass sich plötzlich Dinge ergeben, die Deine Erwartungen übertreffen. Mut ist die Verschiebung der eigenen Grenzen – sowohl in die eine wie auch in die andere Richtung. Deswegen überlege Dir gut wie Du mit Dir und Deinen Selbstzweifeln umgehst. Würdest Du zulassen, dass andere so mit Dir reden, wie Du es selbst tust? Warum machen wir uns selbst nieder anstatt uns Mut zuzusprechen? Deine Träume verwirklichst Du nicht innerhalb Deiner Komfortzone. Der Blick über den Tellerrand zeigt, Dir was alles möglich ist, wenn Du den Mut hast es zu versuchen.

Entwicklung braucht Zeit, jeder hat seine eigene Zeitspanne – gestehe sie Dir zu. Vergleiche Dich nicht mit anderen. Habe ein Ziel vor Augen und gehe Deinen eigenen Weg, in Deinem eigenen Tempo.

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